Die Schnitzeljagd (Folge XXXII) und Nachschrift

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Vincent klopfte kurz vor halb acht an Guus’ Tür, die sich schräg rechts gegenüber der seinen befand. Die Zimmer lagen am Ende eines langen Flures, den ein weicher, graugrüner Teppichboden zierte. Der Holländer öffnete und liess seinen neuen offiziellen Mitarbeiter herein.

Guus’ Zimmer war genauso geräumig wie das von Vincent und ganz ähnlich eingerichtet. Er wies ihm einen gemütlichen kleinen Sessel am Fenster zu und setzte sich selbst auf den Holzstuhl vor der Tischfront unter dem Fernseher.

Vincent betrachtete Guus kopfschüttelnd. “Was soll ich sagen, ich kann mich immer noch nicht mit deinem Outfit anfreunden”, brachte er vor. “Du siehst aus wie ein Möchtegernparadiesvogel.”

Guus verzog künstlich den Mund. “Ich dachte, es würde dir gefallen. Famke hat mir das Hemd von einer ihrer Südostasientouren mitgebracht. Malaiisches Fabrikat.”

“Aha”, erwiderte Vincent. “Ich erinnere mich, deine Frau hat diesen Fernostfimmel.”

Guus hob die Augenbrauen. “Fimmel würde ich es nicht nennen”, sagte er. “Famke ist spirituell veranlagt. Das ist mir zwar etwas fremd, aber ich akzeptiere es. Vor allem, weil sie nicht mit irgendwelchem Guruschwachsinn ankommt.”

Vincent nickte. “Danach sah sie mir auch nicht aus. Okay, Guus, erklär mir doch mal, wie unser Ausflug in die Abruzzen morgen genau laufen wird. Du hast bestimmt alles sorgfältig geplant.”

“Natürlich”, antwortete Guus. “Aber warum gehen wir nicht unten an die Hotelbar? Da können wir uns schön einen genehmigen, und ich kann dich in aller Ruhe über das morgige Programm informieren. Sicher gibt es unten auch ein ordentliches Restaurant. Ich habe bereits Hunger.”  

Der Flur kam Vincent wieder endlos vor. Zum Glück hatte das Hotel keinen vor Originalität triefenden Innenausstatter beauftragt, und so befanden sich an den Wänden lediglich Schwarzweissbilder der Stadt, zu der sprichwörtlich alle Wege führen. 

Irgendwann kam der Fahrstuhlbereich. Im Lift trafen sie auf eine aufgebrezelte Brünette, die nicht den Eindruck machte, Gast im Hotel zu sein, und Vincent spielte mit dem Gedanken, sich später eine Prostituierte zu bestellen. Vielleicht konnte er das ebenfalls auf die Rechnung von Europol setzen. Dann kam ihm jedoch Anne in den Sinn und die jähe Unterbrechung, die diese vielversprechende Geschichte erfahren hatte, und er verwarf den Gedanken.

Vincent, Guus und die Brünette, die sich mit einem zauberhaften Lächeln verabschiedete, traten in die geräumige Halle, wo sich im hinteren linken Bereich unter einem riesigen TV Sitzmöglichkeiten befanden. Rechts ging es zur Hotelbar und zum Restaurantbereich.

“Was wollen wir trinken?” fragte Guus. “Ein Pils? Ich sehe, sie haben Stella Artois.”

“Warum nicht einen Aperol?” schlug Vincent vor. “Zum Bier können wir später beim Essen übergehen.”

“In Ordnung.” Guus bestellte bei der Barfrau, einer sommersprossigen italienischen Blondine, zwei Aperol, und die beiden Ermittler begaben sich an einen der kleinen runden Tische. 

“Gut, dann schiess mal los, G-Man”, sagte Vincent. “Ich schätze, wir nehmen morgen den Zug, richtig?”

“Richtig.” Guus nahm ein sorgsam gefaltetes Papier aus der linken Tasche seines Palmenhemdes. Er entfaltete es und referierte: “Termini-Tiburtina-Guidonia Montecelio-Tivoli-Avezzano-Sulmona. Etwa zweieinhalb Stunden.”

“Zweieinhalb Stunden?” staunte Vincent. “Das sind vielleicht hundert Kilometer.”

“Es geht in die Abruzzen, Partner, und es gibt nur diesen Regionalzug. Freu dich auf ein malerisches Landschaftserlebnis.”

Die Blondine kam mit dem Aperol. Sie ähnelte der erwachsenen Version einer von den Schulgören aus dem Poliziottescho mit Mario Adorf und Claudio Cassinelli. Den Titel hatte Vincent vergessen.

“Grazie.”

“Prego.” Die Blondine entfernte sich. 

Guus erhob das Glas mit dem Aperol. “Worauf wollen wir trinken?” fragte er.

“Ich weiss nicht”, sagte Vincent, der es ihm nachgetan hatte. “Auf den erfolgreichen Abschluss der Ermittlungen?”

“Auf deinen Einstand bei Europol”, entschied Guus. Sie stiessen an und tranken.

“Also gut”, sagte Vincent, nachdem sie die Gläser abgestellt hatten, “wir fahren also nach Sulmona. Und dann?” 

“Dann bringt uns der Chauffeur von Monsieur Tenepreti in sein etwa fünfzehn Kilometer entferntes Anwesen. Er war sehr höflich am Telefon und freut sich darauf, dich wiederzusehen. Er sagte, er habe immer grosse Stücke auf dich gehalten.” Guus griff nach seinem Aperol.

“Soso”, entgegnete Vincent säuerlich und nahm ebenfalls einen Schluck von seinem Aperol. Dann fragte er: “Wie ist das eigentlich gelaufen, hast du Luciens Nummer einfach im Telefonbuch nachgeschlagen und dann angerufen?”

“Nein”, sagte Guus. “So leicht war es nicht. Aber mit der Hilfe von italienischen Kollegen konnte ich mit ihm Kontakt aufnehmen.”

“Aha.” Vincent trank den Aperol aus.

“Freust du dich denn auf das Wiedersehen mit deinem alten Geschäftspartner?” 

“Nein”, antwortete Vincent. “Abgesehen davon, dass ich natürlich neugierig bin zu sehen, was er da in den Bergen macht. Ich habe ihn auch nie als Partner gesehen. Er war ein Spalter und der Hauptgrund, warum damals alles den Bach runtergegangen ist. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, hat er mir angeboten, ihm als philosophischer Berater zur Seite zu stehen. So hat er sich ausgedrückt. Er hatte einige seltsame Vorstellungen.”

“Philosophischer Berater eines Grossdealers?” Guus lachte. “Das ist gut. Und du hast abgelehnt?”

“Was wir uns ohne ihn aufgebaut hatten, fiel auseinander. Zu Lucien überzulaufen, war das Letzte, was ich im Sinn hatte. Ich bin nach Heidelberg zurückgegangen und habe meine Wunden geleckt. Den Rest kennst du.”

“Ja.” Guus leerte seinen Aperol. “Du warst damals wirklich heruntergekommen. Ich erinnere mich noch, wie ich dich damals in deiner Bleibe im Hochhaus an dieser Brücke aufgesucht habe.”

“Am Czernyring. Ein dunkles Kapitel. Und nun befinde ich mich auf Kosten von Europol in einem römischen Luxushotel.” Vincent blickte zum Restaurantbereich. “Langsam bekomme auch ich Hunger. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir uns jetzt einen Happen genehmigen.” 

Guus nickte. “Gehen wir”, sagte er und stand auf. 

Die beiden Ermittler begaben sich in den hinteren Bereich, wo sich rechts das Restaurant Via Appia Nuova befand. Es war gerade acht Uhr geworden, und Vincent und Guus waren die ersten Gäste. 

Sie setzten sich an einen Tisch am Fenster mit Blick auf die Via Cavour.



Ende des Teilvorabdrucks der Schnitzeljagd






Nachschrift zum Teilvorabdruck der Schnitzeljagd



Wer wollte heute unbefangen den Ausdruck “deutsche Literatur” gebrauchen? Da ich dies niederschreibe, fällt mir ein, dass ich selbst ihn im Vorwort zu den Präludien gebraucht habe, in geradezu selbstverständlicher Weise, aber ich frage mich, ob ich nicht etwas gemeint habe, das vielleicht einmal da war, zum Beispiel in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, aber nie mehr so sein wird.

Als ich im Oktober 2013 die ersten Seiten der Schnitzeljagd (das Projekt hatte damals noch keinen Titel) zu Papier brachte, war dies einer der schönsten Momente in meinem Leben, und mir war sonnenklar, dass das erste Kapitel mit den Klängen von New Orders Ceremony enden musste, den Klängen, die dreizehn Jahre zuvor in einer versifften Heidelberger Studentenbude unsere Verlorenheit linderten.

Ein Kreis hatte sich geschlossen. Der verhaltene Triumph brachte die Aufgabe mit sich, von nun an mit den erarbeiteten Möglichkeiten den Traum wahr werden zu lassen, den J. und ich in Heidelberg gehabt hatten, jeden Tag von neuem. Das Andere, das Suburbia so umständlich bedeckt gehalten, und dem ich, wie viele andere, mich zunächst auf falschen, aber lehrreichen Wegen genähert hatte, bot nun sein Füllhorn dar. 


Es war einige Zeit vergangen, seit ich einer Unmenge von Verlagen im deutschsprachigen Raum meine ersten beiden Romane angeboten hatte. Sie waren gedacht als ein Korrektiv der sogenannten Popliteratur, die ich in embryonaler Form bereits zu Schulzeiten in Gestalt meines Jahrgangskollegen Benjamin von Stuckrad-Barre vor Augen gehabt hatte, in Heidelberg waren wir uns einig, das konnte es nicht sein, und wir wollten etwas anderes schaffen. Als meine Romane schliesslich auch von Rowohlt, wo man mir ein bisschen Hoffnung gemacht hatte, abgelehnt wurden, sagte ich mir nach einigen journalistischen und übersetzerischen Eskapaden, na gut, dann schreibe ich eben einen Krimi.

Die Schwierigkeiten, die mir schon bei der Arbeit an den ersten zwanzig, dreissig Seiten in den Weg gelegt wurden, hätte ich mir, das muss ich zugeben, allerdings nicht träumen lassen. Im Sommer des Jahres 2015 zog ich mit meinen Eltern aus Deutschland fort. Im Nachhinein begreife ich vieles, was ich damals nur in Andeutungen wahrnahm. Der rassistische und inzwischen wieder der Kriegstreiberei verfallende deutsche Staat hatte sich schon länger entschieden, auf seine Weise dem Ruf US-israelischer Warlords zu folgen. In Griechenland, dem pauperisierten südöstlichen Zipfel der Eurozone, stiess ich zu Hochzeiten der Wirtschaftskrise auf weitere Schwierigkeiten, und es dauerte sage und schreibe zehn Jahre, bis ich die Arbeit an dem Roman wiederaufnahm, der heute den Titel Die Schnitzeljagd trägt und den zweiten Teil des Projektes einer Krimi-Trilogie darstellt.

Wenn ein Roman, der ursprünglich auf höchstens zwei Jahre angelegt war, so lange braucht, dann ist es zweifellos nicht mehr das Buch, das dem Autor damals vorschwebte. Ich habe aber auch von manchem profitiert, wozu ich zuletzt die Gelegenheit hatte, zum Beispiel als neuerdings reisefreudiger independent scholar von meiner Exkursion nach Pescara und einigen Tagen in Frankfurt am Main.


Ich bin relativ spät und ohne professionelle Vorbereitung zum Genre gekommen. Plots interessieren mich nicht besonders. Wenn ich an Genreprodukte denke, die einen starken Eindruck auf mich gemacht haben, kommt mir meist das Wort Atmosphäre in den Sinn. Ich habe mich dementsprechend an Martin Comparts Ausführungen orientiert, dass ein Noir-Roman strenggenommen nicht einmal ein Verbrechen beinhalten muss. Wahrscheinlich ist deshalb der Mord, um den sich ein Grossteil des Buches dreht, auch so plakativ. 

Nah fühle ich mich neben Jörg Fauser, der im Text genannt wird, Autoren wie Jean-Patrick Manchette (über den ich geschrieben habe) und William McIlvanney, Autoren, die das Genre gewissermassen von ausserhalb betreten und einen deutlich erkennbaren politischen Hintergrund mitbringen. Als ich die Schnitzeljagd begonnen habe, war ich noch recht optimistisch, dass aus einem vereinten Europa etwas werden könnte. Vincents Entwicklung, seine Zusammenarbeit mit Guus und sein Engagement für Europol spiegeln diesen Optimismus. Er ist mir in den folgenden Jahren gründlich abhanden gekommen.

Die Schnitzeljagd bezeichnet für mich vor allem ein Zeitscharnier, um einen Ausdruck meiner Philosophielehrerin Birgit Sandkaulen zu gebrauchen, die Möglichkeit, eine vergangene, aber immer noch recht nahe Periode des Lebens in Deutschland in Erinnerung zu rufen, als sich bestimmte soziopolitische Veränderungen zu vollziehen begannen. Hier drängen sich natürlich verschiedene Begriffe auf, Begriffe wie etwa: Merkel-Ära, Globalisierung, Digitalisierung usw. Mir ging es aber im Roman darum, den damaligen Alltag sprechen zu lassen und dabei auch meine Heimatstadt selbst in den Dialog mit Vergangenheit und Zukunft miteinzubeziehen.


Aber wie ist das nun mit der sogenannten deutschen Literatur, gibt es sie, steht sie in Blüte, befindet sie sich in der Krise, äussert sie sich zeitgemäss heute vorzüglich in Romanen, in Theaterstücken, in Gedichten, in Filmen, im Fernsehen, in der populären Musik, auf Digitalplattformen oder doch eigentlich nur im Journalismus, wie Wolfgang Pohrt meinte? Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Ich habe anderswo die Frage gestellt, ob vielleicht der lächerliche Hegemann-Skandal 2009/10 so etwas wie einen turning point darstellte insofern, als sich nun niemand mehr vormachen konnte, der Feuilletonzirkus sei in irgendeiner Weise ernst zu nehmen. Die Idee einer zeitgenössischen Nationalliteratur kann aber ohne eine ernstzunehmende Kritik nicht bestehen.

Solche Fragen führen weit, und es ist nicht an mir, sie zu beantworten, zumal mir ja der Eintritt in die deutsche Literaturszene klar verwehrt worden ist. Okay, ich habe inzwischen begriffen, dass mir eine andere Rolle im zeitgenössischen Schrifttum zugedacht war, und ich habe diese Rolle auch angenommen. Das hindert mich allerdings nicht daran, mir Gedanken zu machen. Zum Beispiel über das Gebaren einiger Angehöriger der erwähnten Literaturszene. Ich gebe nicht vor, da wirklich durchzublicken, aber einfache Regeln des sozialen Zusammenlebens sollten, denke ich, auch im Digitalzeitalter gelten. So wie man zum Beispiel fremde Gärten nicht betreten geschweige denn darauf herumtrampeln sollte. Oder nicht auf jemanden eintreten, der schon am Boden liegt. Es gibt wohl das Vorurteil, im kulturellen Bereich herrschten feinere Sitten und ein höheres Niveau, als landläufig der Fall ist, aber meiner Erfahrung nach trifft eher das Gegenteil zu. Talent und Status dienen, denke ich, häufig dazu, Dinge zu kompensieren, die aus einer Zeit stammen, als noch kein Kulturbiotop den Betreffenden Aufnahme und Anerkennung bot.

Als ich angefangen habe, mich in der Literaturszene umzusehen, habe ich mich sicher oft unklug verhalten. Das Mass an Anfeindungen, das ich vor allem bei meinem letzten Aufenthalt in deutschen Landen erfahren habe, lässt sich dadurch aber schlechterdings nicht erklären. Es sollte klar sein, dass ich nicht verantwortlich bin für das, was irgendjemandem bei der Lektüre meiner Texte durch den Kopf geht. Wenn die Anfeindungen überhand nehmen, und jedes Mass überschritten wird, dann muss es Erklärungen geben, die in der Verfassung und der Eigenart einer Gesellschaft zu suchen sind.  


Ich wollte das nur anreissen, weil es zur Geschichte dieses Buches gehört. Die Schnitzeljagd wird in etwa dreissig Folgen und unter dem Namen AJ Smith in meinem Blog working on a building veröffentlicht. Nach meinen Erfahrungen in den vergangenen zwanzig Jahren sehe ich davon ab, das Buch Verlagen im deutschsprachigen Raum anzubieten. Sehr freuen würde ich mich über eine Übersetzung ins Englische, eine griechische werde ich, sobald ich Zeit finde, selbst anfertigen. Noch willkommener sind Angebote aus der Film- und TV-Branche. Ich denke, der Stoff hat Potential, und ich stelle in diesem Fall auch gern einen Drehbuchentwurf bereit. Es geht, wie ich schon 2009 im Manchette-Essay gesagt habe, schlicht und ergreifend um Geld. Ich bin nun wirklich darüber hinaus, dafür zu arbeiten, eine Fussnote in der Literaturgeschichtsschreibung zu werden. Was mir im übrigen bereits gelungen ist.

Die Schnitzeljagd hat mir die Möglichkeit gegeben, meinen Abschied von der Stadt zu zelebrieren, die im Buch Nordingen heisst und mir wie Deutschland vierzig Jahre lang Heimat gewesen ist. Zur Zeit, in der der Roman spielt, lebte ich in einer kleinen Wohnung in der Nähe des Kreuzbergrings. Wenn ich über den Hof des Rewe-Marktes ging, traf ich manchmal den Bekannten, der mir für die Figur des Bert als Vorbild diente. Manch andere Bekanntschaft, manch anderes Motiv aus meinem früheren Leben habe ich fragmentarisch mitverflochten. 

Nun aber befinde ich mich in der Wohnung eines Verwandten in Athen nahe Piräus und dem ägäischen Meer, und es sieht nicht so aus, dass ich so bald wieder nach Deutschland kommen werde. J. ist, so weit ich weiss, in Hamburg und hat eine gute Stelle, das war, wie die Dinge damals standen, nicht unbedingt zu erwarten, vieles aber ist anders gekommen, als zu erwarten war, wie zum Beispiel auch, dass meine Freundschaften zu A. und M. je zu Ende gehen könnten. Die andere J. antwortet auf meine Mails nicht, und mit den deutschen Freunden aus der Schulzeit ist der Kontakt abgebrochen. 

All die ganzen Jahre… Ich habe einiges im Roman wiederaufleben und einfliessen lassen, und ich weiss, irgendwann, zu einem nicht näher zu benennenden Zeitpunkt, werde ich an einer verlassenen ländlichen Bahnstation im britischen Norden stehen und auf den Zug warten, aus dem J. steigen wird, und das Versprechen wird sich uns erneut erfüllen, wie es sich in Heidelberg und in Göttingen erfüllt hat.

Bis dahin mag dieser Gruss genügen, dieses Dokument aus einer Zeit, als dunkel die Zukunft aufschien, die uns heute oligarchische, technokratische, globalistische Gegenwart ist. Ich habe das Versprechen allein weitergetragen, den Traum, der niemals endet, und sende beides hier zurück an die Adresse ausserhalb von Zeit und Raum, aber innerhalb der Längen und Breiten, derer unsere Existenz bedarf, um zu sich selbst zu kommen. 

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